Entschleunigende Momente

10.12.2016
Weserkurier

Die harmonische Mischung, aber auch die Klarheit und Präsenz der ähnlichen Klangfarben beider Instrumente war besonders bei zwei bachschen Choralbearbeitungen zu erleben; [...]

Das kam intensiv zum Ausdruck bei der zeitgenössischen Komposition „Grünes Fenster“ (aus dem Zyklus „Okna“) von Petr Eben: Die zurückhaltend registrierte Orgel und die eigentümliche Melodielinie des mittels Dämpfer verfremdeten Trompetentons zeichneten darin in magischer Lautmalerei die flirrenden Lichtspiele und die zart leuchtenden Farbnuancen nach, die bei einem speziellen Chagall-Fenster in einer Jerusalemer Synagoge entstehen. [...] Das Konzert endete ebenso heiter-gemütvoll wie es begonnen hatte: mit den drei strahlenden, virtuos vorgetragenen Sätzen des B-Dur-Trompetenkonzerts von Albinoni. Sehr herzlicher Beifall.

CD-Besprechung

klassik-heute.com

Guido Krawinkel [03.02.2016]

Künstlerische Qualität/Klangqualität/Gesamteindruck    9/9/9

 

Concerto

Musik des 18. Jahrhunderts von Telemann, Vivaldi, Albinoni, Molter, Platti und Cimarosa

 

Der Titel dieser CD – „Concerto“ – ist nicht besonders originell, es gibt CDs mit der Kombination Orgel und Trompete und barockem Repertoire wie Sand am Meer. Und dennoch, ein zweites Hinschauen und -hören lohnt sich in diesem Fall. Denn dann offenbaren sich die Qualitäten dieser CD, die der Altenberger Domorganist Rolf Müller und die Trompeterin Rita Arkenau-Sanden im Altenberger Dom eingespielt haben. Zum einen ist alles wirklich tadellos gespielt: Rita Arkenau-Sanden glänzt nicht nur im übertragenen Wortsinn mit einem strahlenden Ton, pariert virtuose Partien mit blendender Technik und erweist sich darüber hinaus als detailgetreue Gestalterin, die das barocke Repertoire nicht nur routiniert abspult, sondern im Hinblick auf Artikulation, Phrasierung und Intonation professionelle Maßarbeit vorlegt. Da kann man nur sagen: Top!

Auch Rolf Müller, der sich an „seiner“ Hausorgel naturgemäß auskennt, nutzt deren hinreichend bekannte Qualitäten aus. Zwar ist die Altenberger Domorgel ein stilistisch absolut universal einsetzbares Instrument, das nicht unbedingt eine zwingende Wahl für Barockmusik ist, doch hat sie aufgrund ihres unverwechselbaren Klanges und des spektakulären Gehäuses durchaus Kultcharakter. Auch Müller spielt seinen Part mit professioneller Brillanz, denn oft ist das, was sich allenfalls wie ein bisschen harmloses Continuo-Geklimper anhört, bei weitem nicht so leicht wie es scheint.

Hinzu kommt, dass auch das Repertoire dieser CD bei näheren Hinschauen für Kenner und Liebhaber der Kombination Orgel und Trompete durchaus Interessantes enthält. Werke von Cimarosa oder Platti gehören jedenfalls weitaus seltener zum Programm als Telemann, Albinoni und Co.. Insgesamt gilt also: dies ist sicherlich keine CD, auf die die Welt längst gewartet hat. Hört man sie aber, so tut man dies mit größten Vergnügen und wird es nicht bereuen.

 

 

CD-Besprechung

Landeszeitung der Lüneburger Zeitung

14.01.2016

Pracht und Virtuosität

Rita Arkenau-Sanden hat ein neues Album

von Hans-Martin Koch

 

oc Lüneburg. Einerseits steht Rita Arkenau-Sanden seit bald 20 Jahren im Dienst der Lüneburger Symphoniker. Andererseits hat sich die Trompeterin weit über Lüneburg hinaus einen Namen als Solistin gemacht. Sie hat sich mit dem Organisten Rolf Müller ein großes Repertoire für Duo-Abende erschlossen. Damit touren die Musiker regelmäßig, und jetzthaben sie ein Album herausgebracht, das den Glanz, die Virtuosität, aber auch die weichen Seiten des Trompetenklangs feiert: „Concerto“ bietet Musik des 18. Jahrhunderts. Trompete/Orgel, das ist eine überaus populäre Kombination. Seit Jahrzehnten nutzt sie Trompeter Ludwig Güttler mit Friedrich Kircheis, am 28. Februar sind sie in Lüneburg. Auf Rita Arkenau-Sanden und Rolf Müller lohnt das Warten bis zum 26. Juli in St. Nicolai bis dahin sind sie auf CD mit Musik von Albinoni bis Vivaldi zu hören. Aufgenommen wurde das liebevoll gestaltete, mit einem ausführlichen Booklet begleitete Album im Rheinland, im Altenberger Dom, an dem Müller als Organist tätig ist. Seit mehr als zwölf Jahren arbeitet das Duo gemeinsam, Müller lässt der brillanten, dabei nie den Klang und das Virtuose. überreizenden Trompeterin den Vorrang. Die Orgel baut das Fundament, setzt Auftakt und Schlusspunkt, Akzente und da, wo es passt, ergreift sie Initiative. Die Dom-Akustik sorgt in der Produktion für einen überaus dynamischen, frischen Gesamtklang. „Concerto“, erschienen in Gerritt Zitterbarts Label gutingi, ist im Lüneburger Buchhandel und bei SiTo erhältlich.