Mundstückübungen

 

Liebe MusikerInnen,

 

nun ist es eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe. Trotz der Pandemie und den fehlenden Diensten im Theater war bei mir viel los. Ich konnte in wunderbaren Kirchen und Gottesdiensten musizieren. In dieser Zeit der Stille hat es super viel Spaß gemacht.

 

Das letzte Thema hier in meinem Blog war das Schwingen der Lippenmuskulatur.

 

Die Lippen sind ja für die Tonerzeugung auf der Trompete verantwortlich. Unseren Körper müssen wir dabei als einen Resonanzkörper verstehen. Nicht nur das Instrument mit seiner spezifischen Bauweise trägt zum Musizieren bei, sondern ganz erheblich wir selbst.

 

Betrachten wir das Singen, so finden wir viele Parallelen. Mit unserem Körper und der Gestaltung von sogenannten Räumen haben wir einen großen Einfluss auf den Klang und den musikalischen Ausdruck.

 

Aber wie kann ich Räume schaffen?

 

Das Schaffen von Räumen gelingt uns mittels der Atmung und der Vorstellungskraft.

 

Würden wir beim Trompetespielen flach einatmen und die Luft stauen, wäre unser Klang schnell fest und eng. Er würde sich dünn anhören und hätte keine Tragweite. Technisch hätten wir zudem Schwierigkeiten, flexibel zu sein.

 

Atmen wir aber mit einer großen Geste tief ein, kann der Atem durch die schwingenden Lippen in die Trompete frei fließen. Nehmen wir dann unsere Vorstellungskraft wie beim Gesang mit, können wir unsere Empfindungen mit dem Instrument gestalten und frei ausdrücken.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich Euch eine Mundstückübung vorstellen. Um den Körper gut öffnen zu können, nehme ich gerne Übungen, die in das Pedalregister gehen.

 

Mit dem Öffnen meine ich nicht, in der tiefen Lage mit der Lippenspannung nachzulassen. Der Ansatz sollte über alle Lagen in sich stabil bleiben.

Neben der entspannten, tiefen Atmung gewinnen jetzt der Unterkiefer und der Zungenrücken an Bedeutung. Der Unterkiefer wird leicht abwärts bewegt, damit der Zungenrücken nach unten kommen kann und nicht am Gaumen klebt. Es ist ähnlich wie das Gähnen oder das Anhauchen einer Fensterscheibe mit geschlossenen Lippen. Die fließende Luft, die von der tiefen Zwerchfellflankenatmung her in das Instrument strömen möchte, gewinnt an Raum und Platz.

 

Für die höheren Lagen eignen sich sehr gut die bekannten Übungen von Chicovitz, die ich Euch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen möchte.

 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren. Die Noten und ein Hörbeispiel zum Mitspielen findet Ihr im weiteren Verlauf. Spielt die Übung jeden Tag und ihr werdet schon nach ein oder zwei Wochen merken, wie sich Euer Klang verändert.

 

Diese Plattform ersetzt natürlich nicht das individuelle Arbeiten mit einem Lehrer, vielleicht eröffnet es Euch aber weitere Perspektiven.

 

Wenn Ihr Fragen habt, zögert nicht, mir zu schreiben!

 

Viel Spaß mit der Übung und herzliche Grüße,

 

Eure Rita

 

 

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Mundstückübung im Pedaltonregister
Mundstückübung Pedaltonregister Arkenau.
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