Die hohen Töne auf der Trompete

Liebe MusikerInnen und LeserInnen,


heute stelle ich die Frage, was es mit den hohen Tönen auf der Trompete auf sich hat? Warum ist es immer noch ein wichtiges Thema und wieso ist es gar nicht so einfach, wie ich es mir wünsche?


Beginnt man mit dem Musizieren auf der Trompete, sei’s als junger Mensch oder als Erwachsener, steht uns am Beginn nur ein kleiner Tonumfang zur Verfügung. Das Instrument legt uns nicht die ganze Skala vom kleinen fis bis zum f‘‘‘ oder höher in die Wiege.

 

Oft beginnt man in einem Tonraum vom kleinen c bis zum g', der weitere Tonumfang wächst im Laufe des Übens und des Unterrichts.

 

Häufig stellt sich die Frage, wie schnell kann ich meinen Tonumfang erweitern? Schaffe ich es in kurzer Zeit oder ist es ein längerer Prozess?

 

Hofft man, schnell hohe Töne spielen zu können, ist das Ergebnis vielfach unbefriedigend. Der Klang, je höher man spielt, verliert an Klangfarbe und -größe, er hört sich eng und obertonarm an. Die tiefen Grundtöne werden mehr durch Geräusche ersetzt. Eine musikalische Gestaltung ist dann nicht möglich, weil man körperlich zu verspannt ist. Die Intonation rutscht vielfach nach oben.

 

Ich möchte Dir gerne etwas über meinen Werdegang und meine persönlichen Erfahrungen zu dem Thema erzählen.

 

Als ich ins Studium ging, konnte ich bis zum a‘‘ sehr locker und entspannt spielen. Mein Spiel zeichnete sich durch eine Natürlichkeit im musikalischen Ausdruck aus. Doch über dem a‘‘  war Ende. Die Höhe fiel mir einfach schwer, ich hatte größten Respekt davor. Ich konnte nicht wie heute das c''' völlig frei im Klang auf den Kopf spielen. Damals hoffte ich auf Besserung, aber irgendwie stellte es sich nicht von alleine ein.

 

Erst als ich nach Mannheim zu Prof. G. Beetz kam, vermittelte er mir, dass für eine gute Höhe die Tiefe wichtig sei. Ich übte fast ein halbes Jahr schwerpunktmäßig Übungen in der Basis, also vom g‘ bis ins Pedalregister. Es war so umfassend, dass ich schon Angst hatte, bald gar nicht mehr hoch spielen zu können. Doch ich werde den Moment nie vergessen, als ich wieder anfing, Literatur über den vollen Tonumfang zu spielen. Wie ich auf einmal locker und mit Power das c‘‘‘ und höher spielen konnte. Ich hatte das Gefühl, es passte alles. Ich konnte den Klang in der Höhe von der Atmung und von meinem musikalischen Empfinden her steuern und gestalten.

Das Gefühl habe ich auch nie wieder verloren. Durch die Barocktrompete konnte ich es sogar noch verfeinern, da das lange Instrument  wesentlich mehr von der Atmung abverlangt.

 

Gibt es einen Schlüssel zum Erfolg für eine gute Höhe?

 

Ja, aber nicht in Form eines Kochrezepts oder einer technischen Bauanleitung mit einzelnen Übungen. Sondern in der Form, dass Du erkennst, dass es ein ganzheitlicher Prozess ...  ist.

 

In diesem Blog möchte ich im weiteren Verlauf aus verschiedenen Teilbereichen einzelne Übungen und Gedanken exemplarisch darstellen. Im nächsten Beitrag werde ich die Schwingung der Lippen und ihre Bedeutung für das Trompeten vorstellen.

 

Wenn Du Interesse hast, persönlich mit mir zu arbeiten, biete ich Unterricht persönlich unter Berücksichtigung der Corona-Hygienemaßnahmen oder online via FaceTime/Skype an.

Schreibe mir einfach eine kurze Mail.

 

Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.

 

Herzlichst, Eure Rita